Personalführung, die große Unbekannte?!

Nadine Klenke —  13. Januar 2014

1.    Teil:  Wie motiviere ich meine Mitarbeiter?

Meine neue Artikelserie dreht sich rund um das Thema Personal und Führung. Wie motiviere ich meine Mitarbeiter, wie kann ich Stärken und Schwächen erkennen und wie kann man diese für das tägliche Arbeiten nutzen, wie muss ich mich als Führungskraft verhalten?

Ich erlebe es häufig, dass Studiobesitzer / Leiter über ihr eigenes Personal schimpfen. „…nicht zuverlässig, denken nicht mit, sie identifizieren sich nicht“.

Es gibt mit Sicherheit Mitarbeiter, die so arbeiten und denken. Ich habe allerdings auch schöne Erfahrungen gemacht. Aber was macht den Unterschied?

Personalführung als Schlüssel für zuverlässige Mitarbeiter

Was bin ich bereit zu geben, um einen guten Mitarbeiter aus einem Angestellten zu machen? Im Durchschnitt sind junge Leute zwischen 20 und 25 Jahre alt, die in den Studios arbeiten. Sie brauchen Anleitung, Führung und auch Hilfe sich selbst zu entdecken. Ein klares Thema der Mitarbeitermotivation.

Was motiviert euer Team täglich zur Arbeit zu kommen? An den Wochenende zu arbeiten, wenn andere Freizeit haben? An Feiertagen, wenn andere ihre Festtage ohne Arbeit genießen? Ist es nur das Geld?

Sicherlich kann man Menschen über Entlohnung motivieren, aber längst ist es nicht das einzige Mittel und bei weitem nicht das wirkungsvollste. Das Ziel des Arbeitgebers ist es, die eigenen Mitarbeiter zu ihren bestmöglichen Leistungen zu motivieren, doch müssen wir auch erkennen und akzeptieren, dass der wichtigste Antrieb in jedem Mitarbeiter selbst steckt.

Wer sich jetzt fragt: Ich kann unter diesen Umständen nicht wirklich meine Mitarbeiter motivieren, der liegt falsch. Ihr könnt eine Menge dafür tun und die ersten Tipps zur Motivation folgen:

Geld motiviert – eine einfache Formel, aber ist das wirklich alles?

Für die meisten ist es eine Selbstverständlichkeit: Geld motiviert. In der Ökonomie gehen wir davon aus, dass nur derjenige engagiert und mit vollem Einsatz arbeitet, der sich eine optimale Vergütung verspricht. Ein Glaubenssatz, den viele schon als Kind gelernt haben. Das hat sich manifestiert und Aussagen wie: „Leistung muss sich lohnen“ kennen wir auch aus politischen Bereichen. Das ist sicherlich nicht falsch, dennoch nur ein Baustein zur Motivation.

Wenn ich mit Mitarbeitern in Studios spreche, erfahre ich, dass nicht das Geld der Ansporn ist, sondern das viele gerne mit Menschen arbeiten und diese für deren Zielerreichung motivieren wollen. Das sind Faktoren, die man nicht in Euro messen kann. Statistiken zu Folge findet sich das Thema Geld erst auf dem dritten Platz der Motivation.

Wer für Geld kommt, geht auch für Geld!

Das Arbeitsumfeld und ein erfüllender Job motivieren die meisten Menschen mehr als ein hohes Gehalt. Wer gerne zur Arbeit kommt und dort ein entspanntes und angenehmes Arbeitsklima vorfindet, wird diese Entspanntheit und Freundlichkeit auch im Umgang mit Gästen wiedergeben können. Weitere Motivationsfaktoren sind eine gute Führung des Vorgesetzten oder Studioleiters und Entscheidungsfreiräume.

Ein raues Arbeitsklima, in dem kein Miteinander herrscht, ein Job, der keinen Spaß macht und ein Chef, der unfair ist und Potentiale nicht fördert, sich nicht dafür interessiert und seine Mitarbeiter nicht kennt, wird wohl bald gekündigt. Ein niedriges Gehalt ist in dem Moment nicht entscheidend und der Grund für den Schritt der Kündigung.

Ich rate Arbeitgebern vom Lockstoff „Geld“ ab, denn wer für Geld kommt, geht auch für Geld. Das heiß ein über Tantiemen „angelockter“ Mitarbeiter kann nur schwer langfristig in einem Unternehmen  integriert werden. Sobald ein finanziell besseres Angebot lockt, wir der Mitarbeiter möglicherweise nicht loyal sein und das Unternehmen wechseln.

Ihr merkt, es geht nicht immer um Geld, wenn man Mitarbeiter motivieren möchte. Zufriedenheit und eine angenehme Arbeitsatmosphäre sind unter anderem ausschlaggebend. Aber was kann man tun, um ein angenehmes Miteinander zu schaffen?

Loben, loben und Freude schenken!

Eine altbewährte, menschliche, und aus monetärer Sicht, preisgünstige Art eure Mitarbeiter zu motivieren, ist das Loben. Ein gut formuliertes, persönliches und ernst gemeintes Kompliment, eine kleine Notiz am Arbeitsplatz eures Mitarbeiters, ein kurzer Anruf in eurer Abwesenheit, vielleicht auch mal jemanden in den Arm nehmen, ist viel wertvoller als eine Gehaltserhöhung. Doch bitte vorsichtig hier, es gibt Regeln für das richtige Loben.

  1. Ehrlich sein
  2. Gefühle zeigen
  3. Keine Vergleiche
  4. Keine Einschränkungen

Seid authentisch dabei, verhaltet euch nicht aufgesetzt, denn so fühlt sich euer Mitarbeiter nicht ernst genommen und wird zukünftig ein Lob nicht mehr als motivierend empfinden.

Untersuchungen haben ergeben, dass ein ernst gemeintes Lob genauso motiviert wie Geld! Psychologen haben bewiesen, dass gelobte Menschen sich höhere Ziele stecken und sich dem Unternehmen gegenüber mehr verpflichtet fühlen (Loyalität).

Aber so gut man auch lobt, die wahre Motivation kann nur von jedem Mitarbeiter selbst kommen. Man kann niemanden zu Aufgaben motivieren, die einem nicht liegen, oder auf die keine Lust besteht. Versucht nicht eure Mitarbeiter zu „zwingen“ oder zu beeinflussen. Zwang bedeutet Einwirkung und das kann Widerstände hervorrufen. Aus Manipulation folgen mitunter Misstrauen und ein negatives Gefühl. Auch wenn es zeitintensiv ist, findet in Gesprächen die Stärken und Schwächen eurer Mitarbeiter heraus und setzt sie entsprechend in den Bereichen ein. Schult sie, um sie stärker und sicherer zu machen. In großen Unternehmen gibt es Zielvereinbarung für Mitarbeiter. Dieses Tool kann auch in kleineren Studios genutzt werden. Es bedeutet nicht, das der Mitarbeiter mehr Druck bekommt, sondern man findet zusammen Ziele, die erreicht werden sollen und so verpflichten sich beide Seiten aktiv zu werden.

Wir sollten also immer ein Augenmerk auf den optimalen Einsatz unserer Mitarbeiter setzen, denn nur so können wir seine wirkliche Leistungsbereitschaft abrufen. Das heißt also Stärken erkennen und dementsprechend den Personaleinsatz planen. Ein guter Trainer gehört auf die Fläche und nicht ins Büro, um die Ablage oder Eingabe von Kundendaten zu machen.

Motivation und Demotivation – ein Wechselspiel

Schlussfolgern können wir aus den aufgeführten Erkenntnissen, dass wir als Führungskraft nicht immer und bei jedem Mitarbeiter motivieren können, umgekehrt aber sehr schnell demotivieren können. Die Demotivation zu verhindern ist also genauso wichtig. Der bekannte Fußball-Trainer Trapattoni sagte einmal: „Ein guter Trainer kann seine Mannschaft um 10% verbessern, aber um 50% verschlechtern“.

Eine grundsätzliche Leidenschaft sowie Leistungsbereitschaft muss von jedem Mitarbeiter selbst kommen. Die ist natürlich umso stärker, je mehr die persönlichen Interessen mit dem beruflichen Anforderungen übereinstimmen. Wer sein Hobby zum Beruf macht, der ist entsprechend leichter zu motivieren. Nutzt dieses Potential!

Vertrauen aufbauen

Eine vertrauensvolle und fordernde Führung ist gefragt beim Thema Mitarbeitermotivation! Sucht passende Aufgaben und Freiräume für eure Mitarbeiter, nur so können Stärken und Kompetenzen der Mitarbeiter entwickelt werden. Haltet euch immer vor Augen; unter Kontrolle und mit imaginären Fußfesseln arbeitet niemand gerne.

Lasst eure Mitarbeiter wo es möglich ist eigenständig entscheiden, gebt ihnen Entscheidungsfreiräume, motiviert sie zur Übernahme von Verantwortung. Ihr sollt fordern und fördern und nicht nur führen. Je größer die Freiheit eurer Mitarbeiter ist, desto höher ist euer Anspruch an sie, dadurch ist auch die Stimmung im Studio besser, da euer Team gerne zur Arbeit kommt. Der Erfolg ist umso höher, wenn alle an einem Strang ziehen und sich eine positive Stimmung entwickelt. Das wird sich auch auf eure Mitglieder übertragen.

Wer geschätzt wird arbeitet motivierter!

Das schlimmste was ihr als Vorgesetzter tun könnt um die Motivation und vor allem die Loyalität eines Mitarbeiters negativ zu beeinflussen, ist ihm zu signalisieren: Sei froh, dass du hier arbeiten darfst! Wer glaubt, dass der Erhalt des Arbeitsplatzes allein schon ein Leistungsanreiz sei, der kündigt seinem Mitarbeiter schon geistig. Keiner von uns möchte in einer Abhängigkeit arbeiten.

Weitere Fakten und Hilfestellung zur Personalführung könnt ihr im nächsten Artikel lesen. Dort gehe ich auf die Grundlagen ein, die jeder von euch beherzigen sollte, ob er nun 2 oder 200 Mitarbeiter hat.

Für Motivationsschulungen könnt ihr mich jederzeit anfragen und somit auch eurem Team signalisieren, dass ihr genauso wie sie bei der Arbeit Spaß haben wollt und die Bedürfnisse eures Teams euch wichtig sind!

Eure Nadine Klenke

Nadine Klenke

Posts