Personalführung – 6 Regeln mit denen ihr durchstartet!

Nadine Klenke —  19. Januar 2014

Im zweiten Teil geht es um das Leiten und Führen eurer Mitarbeiter. Mit meinen folgenden Empfehlungen ist das auch gar nicht so schwer, ihr fühlt euch sicher und es macht für alle Beteiligten Spaß.

Regel Nr. 1: Mitarbeiter fordern

Sehr viele Studiobesitzer, und glaubt mir, ich erlebe es immer wieder und nicht nur in der Fitnessbranche, sehen einen Arbeitsvertrag als Willenserklärung des Mitarbeiters, der dankbar sein muss bei euch zu arbeiten. Aber liebe Leute, diese Zeit ist vorbei und ein Arbeitsvertrag sollte viel mehr als klarer Deal verstanden werden: Lohn gegen Arbeitsleistung, bei dem beide Parteien gleichberechtigt sind und gleiche Pflichten und Rechte haben.

Fordert eure Mitarbeiter, gemessen an ihren vertraglich definierten Aufgaben. Setzt ihnen damit auch indirekt Ziele, die sie über einen längeren Zeitraum hinweg anstreben und erfüllen oder sogar übertreffen können. Zeigt klare Perspektiven im Hinblick auf Weiterentwicklung auf. Eure Mitarbeiter fühlen sich so motiviert auch mal einen extra Schritt zu gehen und viel wichtiger, fühlen sich gefördert.

Regel Nr. 2: Mitarbeiter fördern

Wenn ihr von eurem Team Engagement, Loyalität und Kreativität erwartet, dann müsst ihr dieses auch entlohnen und das bedeutet nicht nur auf monetärer Basis. Lobt Leistungen wenn ihr zufrieden seid öffentlich! Wenn ein Mitarbeiter eine Leistung vollbracht hat, die seine eigenen Aufgaben überschreitet und wo ihr als Arbeitgeber wisst, dass es eine Herausforderung war, dann zeigt dem Mitarbeiter eure Zufriedenheit. Mitarbeiter können, wollen und müssen im täglichen Arbeitsablauf auch gefördert werden. Dieses kann über verschiedene neue Aufgabengebiete und Themen gemacht werden. Beobachtet eure Mitarbeiter, überlegt euch passende Aufgaben, prüft auf Stärken, die weiter ausgebaut und eingebracht werden können.

Was habt ihr davon?

Mitarbeiter freuen sich über Verantwortung und über Vertrauen, was ihm der eigene Chef zuteil werden lässt. Sie sind dankbar, die Loyalität wächst und in der Regel hängen sich geförderte Mitarbeiter „richtig rein“.

Gute Mitarbeiter leisten im Durchschnitt solide, nachhaltige Kundenbetreuung, die mit Freude an die Mitglieder gebracht wird. Dieses spricht sich rum, woraus ihr für euer Studio einen Imagegewinn generiert. Zufriedene Mitarbeiter sind Unternehmensbotschafter. Behaltet das immer im Hinterkopf.

Ebenso sollte bedacht werden, dass ehemalige Mitarbeiter ebenso eines Tages ein eigenes Studio eröffnen. Ihr habt dann einen Mitbewerber, der euch jedoch auch ein ehemaliger guter Mitarbeiter war. Entsprechend ist die Kommunikation auch angenehm.

Regel Nr. 3: Mitarbeiter führen

Laufen können eure Mitarbeiter selbst. Aber ihr müsst die Richtung vorgeben. Das Projekt-, Monats- oder Jahresziel muss bekannt sein. Sonst köchelt jeder sein eigenes Süppchen und wird über kurz oder lang unmotiviert sein.

Führen und lenken setzt aber auch voraus, dass ihr selbst wisst wo die Reise hingehen soll!

Habt ihr euch ein Ziel gesetzt, wisst aber noch nicht die Zwischenschritte, dann verzieht euch nicht im stillen Kämmerlein sondern setzt euch mit eurem Team zusammen und gestaltet euren Weg gemeinsam. Lasst eure Mitarbeiter ihre Ideen einbringen. Manchmal sieht ein frisches Teammitglied andere Aspekte, als man selber nach xy Jahren. Vergebt einfach mal Projekte und wartet ab, wie euer Team an die Problemlösung herangeht und welche Ergebnisse herauskommen. Wichtig bei jeder Übertragung eines Projektes: Gebt die Richtung vor und zeigt eine klare Marschrichtung auf. Sonst ist es nicht effizient und führt am Ende mehr zu Irritationen als zu einer klaren Sicht.

Regel Nr. 4: Mitarbeiter achten

Egal in welches Unternehmen ich gucke und einen Einblick erhalten darf, Mitarbeiter sind häufig sensibel und wünschen sich mehr Aufmerksamkeit. Und Recht haben sie. Es geht jeden Tag darum seinen Mitarbeitern auch mal auf die Schultern zu klopfen. Es geht um Respekt, den sich jeder wünscht und jeder auch erwarten kann. Höfliche Umgangsformen sind Pflicht! Vergesst nicht; eure Mitarbeiter möchten bei euch arbeiten, sich weiterentwickeln und gemeinsam euer Unternehmen voranbringen. Achtet sie täglich und behandelt sie so, wie ihr auch behandelt werden möchtet. Habt stets ein offenes Ohr, hört genau hin und beobachtet.

Regel Nr. 5: Mitarbeiter fair bezahlen

In meinem 1. Teil Personalführung und Motivation schrieb ich unter anderem über die Motivation Geld. Die Entlohnung sollte nicht die Hauptmotivation darstellen. Dennoch; wer gut qualifizierte Mitarbeiter in seinem Team möchte, der muss auch ein entsprechendes Gehalt anbieten. Neben der fixen Entlohnung gibt es Kombinationsmöglichkeiten über ergänzende Provisionssysteme und Gutscheine für besondere Leistungen.

Eine weitere Maßnahme der Entlohnung können Fortbildungen sein. Es sind in der Regel Einmalzahlungen, bedeuten einem Mitarbeiter jedoch eine Menge und bieten eurem Studio am Ende auch wieder einen Mehrwert.

Regel Nr. 6: Mitarbeiter informieren

Ein schlechter Informationsfluss steht in der Liste von Unzufriedenheit weit oben. Mitarbeiter erzählen mir häufig, dass ihnen ihr Chef nie oder wenig erzählt und sie sich nicht mit einbezogen fühlen. Es gibt nichts, was eure Mitarbeiter mehr hassen, als das Gefühl von den wirklich wichtigen Informationen ausgeschlossen zu sein. Dann funktioniert nämlich nur noch der Flurfunk in eurem Studio und irgendeiner plaudert das „Geheimnis“ dann sowie aus.

Deshalb: informiert regelmäßig und vor allem ausführlich!

Für die meisten Studiobesitzer ist ein monatliches Meeting schon zu viel Zeitaufwand und schwierig zu veranstalten. Aus meiner Erfahrung kann ich euch allerdings ein wöchentliches Meeting mit eurem Kernteam empfehlen. Und für alle anderen, die  nicht an einem Meeting teilnehmen können legt ihr eine Infomappe an, in der alle relevanten Informationen stehen und auch aktuell gehalten werden, sodass jeder Mitarbeiter zu jeder Zeit alle Informationen zur Verfügung hat.

Das Anlegen einer solchen Mappe kann im Wechsel von einem Teammitglied des jeweiligen Meetings vorgenommen werden. Ihr erreicht damit zwei Dinge: Eure Teammitglieder übernehmen Verantwortung für ihre Kollegen und ihr verteilt eine wichtige Aufgabe an ein Teammitglied – ihr bindet sie mit ein und zeigt euer Vertrauen.

Diese sechs Regeln können euch im Alltag helfen ein gutes und produktives Team aufzubauen, mit dem ihr langfristig rocken könnt. Denn nur wenn es hinter den Kulissen zufriedene Mitarbeiter gibt, findet ihr auf der Studiobühne Mitarbeiter, die diese Zufriedenheit euren Studiomitgliedern entgegenbringen.

Eure Nadine Klenke

 

 

 

 

Nadine Klenke

Posts