Marketing für Fitness Studios Teil 6

Nadine Klenke —  13. November 2013

Im 5. Teil ging es bereits um Elemente der Kommunikationspolitik. Ich habe euch erste Tipps gegeben und Fakten genannt. Im 6. Teil gucken wir auf weitere Bestandteile der Kommunikationspolitik. Zu diesen gehören Public Relations/Öffentlichkeitsarbeit (PR) und Corporate Identity/Erscheinungsbild (CI).

Public Relations (PR)

Mit PR soll primär die allgemeine Öffentlichkeit über das eigene Dasein informiert werden. Besonders ansprechend soll es für eure Zielgruppe und Interessierten sein. Leicht gesagt, aber wie erreicht man das genau?

iStock_000027526180SmallIhr könnt  beispielsweise mit Vereinen, Schulen, Gemeinden oder anderen Einrichtungen in Kontakt treten. Kooperationen mit Schulen, Verbänden und (öffentlichen) Einrichtungen sind hilfreich, da Öffentlichkeitsarbeit auch Imagepflege bedeutet, die man bei dieser Auswahl der Partner positiv beeinflussen kann. Eine Kooperation mit einem Partner kann auch immer auf eine Aktion einzahlen, bei der man mit seinen Leistungen unterstützt – Stichwort: Projekte rund um das Thema Kind / Jugendliche. Ihr solltet bitte in diesen Fällen nicht nur das Business im Auge haben. Spendenaktionen oder Sammelaktionen von Spielzeug schaffen gerade zu Weihnachten positive Reaktionen und sind auch ein Teil von Public Relations. 

Auch Sponsoring wird positiv in der Bevölkerung wahrgenommen!

Für die Kritiker unter den Studiobesitzern / Betreibern; nicht gleich los wettern. Statistisch sagt man, die Gewinnung von einem Neumitglied liegt bei einem Einsatz von ca. 60 – 80 €. Da sind 500 € für Trikots für Kinder- oder Jugend Fußballmannschaft eine gesunde Größe. Überlegt euch mal; wie viele Kinder spielen in so einer Mannschaft? Mindestens 20. Die haben alle Eltern und wie finden die Eltern es, wenn ihre Kids gesponsert werden? Meint ihr, über solche Wege können Neumitglieder geworben werden und beide Seiten haben etwas davon? JA!

Presse, Zeitschriften und Co.

Ein anderer wichtiger Bestandteil eurer PR Arbeit können die umliegenden Presse oder Fachzeitschriften sein. Präsentiert euch dort, wo eure Zielgruppe unterwegs ist und auf euch aufmerksam werden kann. Baut Kontakte zu euren Wochenblättern in eurer Region auf.  Vielleicht ladet ihr einen Reporter zu einem Probetraining und einem Freibesuch in euer Studio ein. Im Tausch gibt es natürlich einen Artikel über euch. So macht ihr professionell über euch aufmerksam und es kostet euch lediglich etwas Zeit. Allerdings solltet ihr im Umgang mit Journalisten etwas Fingerspitzengefühl beweisen – sie lassen sich ungern für Werbezwecke missbrauchen. Ihr solltet also inhaltlich wirklich etwas zu erzählen haben.

Redaktionelle Beiträge sollten Neuigkeiten, Neuerungen und Information für den Leser enthalten. Das Schreiben und Inhalte aufbereiten, die Mehrwert bietend sind, ist nicht immer ganz einfach, aber es ist erfolgsversprechend und wenn ihr als Fitness Experten in eurer Region wahrgenommen werden wollt.

Verbände und Netzwerke als PR Kontakt

Viel könnt ihr ohne finanziellen Aufwand innerhalb der Öffentlichkeitsarbeit machen. Warum nicht als Experte auf dem Stadtfest einen Vortrag halten?! Vorausgesetzt ihr könnt reden und euer Inhalt ist gehaltvoll.

Als Unternehmer und Betreiber könnt ihr euch auch in Branchenverbänden engagieren. Kontakt zu Journalisten, Politikern und Verbandsvertreter sind immer wertvoll. Baut Netzwerke auf und das heißt nicht 500 Kontakte bei XING oder Facebook bundesweit verteilt, sondern bei euch vor der Haustür, wo ihr auch einen Nutzen von haben könnt.

Jedem Aktionismus muss aber auch Zeit eingeräumt werden, damit Kontakte entstehen und reifen können und euch am Ende etwas bringen.

Fazit zur PR kurz und knapp: Jedes Unternehmen sollte PR-Aktivitäten unternehmen! Sie verbessern euer Image und sorgen dafür, dass man von euch hört, liest und erfährt. Das Image, welches ihr durch eure Aktionen, Aktivitäten und gelebte Kommunikation aufbaut wird von eurem Kunden automatisch auf euer Angebot transferiert. Wer gutes tut, positiv auftritt und einen sympathischen Eindruck weckt, dessen Angebot wirkt automatisch attraktiv, interessant und damit man kann sich leicht damit identifizieren.

PR-Aktivitäten wirken sich langfristig verkaufsfördernd und verkaufssichernd aus. Einige Unternehmen unterschätzen die Wirkung von PR allerdings.

Corporate Identity/Erscheinungsbild (CI)

Der zentrale Grundsatz eurer Kommunikationspolitik sollte ein durchgängiger roter Faden sein. Alle Aktionen aus Werbung, Promotion und PR müssen aufeinander abgestimmt und grafisch gleich aufbereitet sein. Passend dazu muss sich der Charakter und die Philosophie des Unternehmens in eurem Erscheinungsbild wiederspiegeln, das nennt man Corporate Design.

Sowohl von der inhaltlichen Seite, wie auch der grafischen Gestaltung muss ein klarer, wiedererkennbarer Auftritt feststellbar sein. Deshalb sollten Basics, wie Sprachstil, zentrale Aussagen, Imagewerte, Philosophie, Schriftart und Farben festgelegt werden. Häufig sehe ich Auftritte von Studios, die in jedem Medium anders gestaltet sind. Das verwirrt den Kunden und zeugt nicht unbedingt von Professionalität.

Kommunikation wirkt aus einer Reihe von Maßnahmen, die über die Jahre kontinuierlich aufgebaut werden müssen. Je klarer und deutlicher die Kommunikation von Anfang an gestaltet ist, desto besser wirkt sie und ihr habt einen klareren Wiedererkennungswert.

Ganz wichtig beim Thema CI ist auch der Punkt Teambekleidung. Auch hier sorgt ein festgelegter und einheitlicher Look für einen hohen Wiedererkennungswert und für eine Identifizierung bei den Mitarbeitern. Man sollte Investitionen nicht vermeiden und beispielsweise einfache Shirts mit dem eigenen Logo bedrucken lassen. Weiter kann man eine Ausstattung auch in Polo-Shirts, Jacken oder Sweat-Shirts andenken, denn im Winter ist es nicht immer so warm und auch dann sollte der Auftritt einheitlich sein.

Ein Punkt zur Kommunikationspolitk fehlt in diesem Artikel ganz bewusst: Social Media. Zu diesem Thema möchte ich mich hier nicht äußern, denn gerade diese Kommunikationsgestaltung wird so immens von sehr vielen unterschätzt. Viele sind der Meinung mit ein paar Postings auf der eigenen Facebook Page ist es getan. Was man aber alles beachten muss, ist eine Wissenschaft für sich. Zu diesem innovativen Thema wird es einen eigenen Artikel von einem Social Media Experten geben. Denn beachtet immer: Schuster bleib bei deinen Leisten!

In diesem Sinn freue ich mich, euch im nächsten Artikel weiter auf die Wissensreise rund ums Thema Marketing mitzunehmen.

Eure Nadine Klenke

Nadine Klenke

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