Marketing für Fitness Studios Teil 5

Nadine Klenke —  5. November 2013

Im fünften Teil meiner Artikelserie möchte ich näher auf die Kommunikation nach außen und euer Image eingehen.

Wenn ihr alle Punkte aus den vorherigen Artikeln beachtet habt, seid ihr jetzt an dem richtigen Punkt um „raus“ zu gehen und Kunden zu gewinnen.

iStock_000027526180SmallPromotion (Kommunikationspolitik)

Wenn ich über Promotion mit Studiobetreibern spreche, bekomme ich leider allzu oft graue Harre. Eine durchgehende Meinung ist: „Promotion?!, ach da schicke ich ein paar Mädels los, die verteilen Flyer und gut ist, das muss ja nichts kosten!“

Ist es wirklich so einfach? Muss oder darf Promotion nichts kosten?

Promotion ist ein sehr wichtiger Punkt für Studiobetreiber, denn es ist eure Kommunikation nach außen. Bei vielen sind diese Ausgaben dafür unnötig, allerdings ist diese Einstellung gefährlich. Kommunikationskosten oder Ausgaben für Promotion sind Investitionskosten. Expertenmeinungen, die besagen, man sollte 2-3% seines Jahresumsatzes für Promotion Aktionen einplanen, um kontinuierlich präsent sein zu können, liegen meiner Erfahrung nach ganz richtig und an dieser Messgröße kann man sich gut orientieren.

Plant unbedingt zum Anfang des Geschäftsjahres ein Budget für die Kommunikation ein. Nur wenn ihr kontinuierlich präsent seid, habt ihr eine Chance am Markt wahrgenommen zu werden und zu bestehen.

Euer Studio und euer Angebot, im besten Fall auch die kompetenten Promoter manifestieren sich in den Köpfen der potentiellen Kunden. Und wenn ein Kunden sich nach vielen Jahren doch entschließt in ein Fitness Studio zu gehen, an wen wird er sich wohl am ehesten erinnern: an jemanden der ihm mal einen Flyer gegeben hat und damit einer von Hundert ist? Oder wird er sich an die Personen erinnern, die ihm einen Flyer gegeben hat und dazu kompetent beraten hat und ihm gleich gezeigt hat „What’s in for me?!

Einmalige Adhoc-Aktionen führen zu nichts und werden schnell vergessen. Plant also euren Einsatz der Kommunikationsinstrumente sorgfältig und nachhaltig. Welche es gibt und welche wichtig sind, erläutere ich euch in diesem Artikel.

Was ist bei einer Promotion Aktion zu beachten?

Ziel einer Promotion Aktion ist es, dass der Interessent alle notwendigen Informationen über euer Studio und euer Angebot bekommt. Es sollte klar zu erkennen sein, welche Vorteile ihr im Vergleich zum Wettbewerb bietet. Konkret: warum sollte der Interessent zu euch kommen und nicht zum Wettbewerb gehen.

Jedes Studio sollte nach außen Informationen kommunizieren. Das geschieht in Form von Angeboten, Dienstleistungen, Events oder Neuerungen. Ziel dieser Informationsverbreitung: Neukundengewinnung! Aber nicht nur neue Kunden wollen geworben werden; auch eure Studiomitglieder möchtet ihr nicht an die Konkurrenz verlieren und müsst ihnen etwas bieten!

Promotion beginnt nicht erst vor dem nächsten Supermarkt, Promotion beginnt jeden Tag neu in eurem Studio!

Folgendes ist bei der Planung einer Promotion Aktion zu beachten:

–       Konzept schreiben

–       Zielgruppe festlegen

–       Konkurrenz analysieren

–       Location entsprechend wählen

–       Werbebotschaft festlegen

–       Einheitliches Erscheinungsbild sicherstellen (Corporate Identity -> CI)

Was ist bei der (Be-) Werbung für dein Studio zu beachten?

Werbung wird in Fachbüchern so definiert: „Die bewusste, zweckbezogene und Zwang freie Kundenbeeinflussung.“ Es soll die Ansprache einer speziellen Zielgruppe über angepasste Werbemittel angesprochen werden. Dabei sollen Streuverluste möglichst vermieden werden.

Für Werbung gibt es verschieden Kommunikationswege, beispielsweise Anzeigen in Tageszeitungen, Werbeblöcke im TV oder Postwurfsendungen.

Ein TV-Spot macht für ein Fitness Studio weniger Sinn und liegt kostenmäßig über den meisten Budgets.

Anzeigen können heute immer noch sinnvoll sein, wenn die Zeitung und die Anzeige von eurer Zielgruppe gelesen werden. Auch hier solltet ihr auf die Kosten und den Nutzen gegenüber stellen.

Genauso können Postwurfsendungen erfolgsversprechend sein, wenn euer Werbematerial etwas Besonderes ist, auffällt und die Zielgruppe anspricht.

Grundsätzlich ist Wirkung der oben benannten Aktionen nicht 100% vorhersagbar. Es kann aber vorab schon geprüft werden, ob die richtige Zielgruppe angesprochen wird und ob das eigene Angebot attraktiv sein kann. Und ganz wichtig: die Aktion wir überhaupt geplant und verantwortungsvoll durchgeführt.

Eine (Be-) Werbung für euer Studio nicht vorzunehmen, weil das Ergebnis vorab nicht 100% klar ist, solltet ich allerdings vermeiden!

Es geht bei Werbung nicht darum Geld zu „verbrennen“ und es sollte auch nicht Geld unnütz in eine aussichtslose Aktion investiert werden. Aber Werbung steigert und festigt euer Image und erhöht den Bekanntheitsgrad. Langfristige steigert das euren Umsatz und lässt eure Marktanteile nicht schrumpfen. Diese Punkte können statistisch abgefragt werden. Desto mehr Erfahrungswerte ihr habt, desto besser könnt ihr auch planen.

Guerilla-Marketing als kostengünstige Werbemaßnahme

Studios, die nicht das Budget für Anzeigen oder Postwurfsendungen haben und Angst vor Streuverlusten haben, können auch das Guerilla-Marketing für sich erwägen.

Guerilla-Marketing bedeutet, scheinbar spontane Aktionen, die euer Umfeld wahrnimmt, umzusetzen. Dabei sind den Ideen und dem Einfallsreichtum kaum Grenzen gesetzt.

Eine Aktion wäre zum Beispiel, Kaffeetassen mit eurem Logo in die anliegende Uni zu bringen und in der Mensa unter die vorhandenen Kaffeetassen zu schmuggeln. Da fallt ihr bestimmt auf, aber es macht nur Sinn, wenn Studenten eure Zielgruppe sind und eine Uni in der Nähe ist. Es gibt viele solcher verrückter Ideen, die ich hier nicht nennen werde, aber wenn ihr auf so etwas Lust habt, kontaktiert mich gerne J

Fakt ist, die Aufmerksamkeit für Guerilla Aktion sind immer sehr hoch und der Rücklauf auch sofort messbar. Vorsichtig: sie beeinflussen euer Image und sie sollten immer legal bleiben. Dann könnt ihr mit eurem Studio sogar Kultstatus erreichen!

Werbestrategien umfassen folgende Faktoren:

–       Werbeziele: Steigerung des Bekanntheitsgrades, Neukundengewinnung, Imageaufbesserung

–       Werbeobjekte: einzelne Dienstleistungen, Kurse, Trends, euer Studio

–       Werbesubjekte/Zielgruppe: Hausfrauen, Studenten, Firmen etc.

–       Werbemittel: Printmedien, Hörfunk, Fernsehen, Außenwerbung, Flyer, Email

–       Werbeperioden: Weihnachten, Ostern, Jahresbeginn, Sommer etc.

–       Werbegebiete: lokal, regional, bundesweit

–       Werbebudget: 2-3% eures Jahresumsatzes

 

Das ist der Einstieg in die Kommunikationspolitik und in die Werbung. Vertiefen werde ich dieses Thema in den kommenden Artikeln.

Solltet ihr Fragen dazu haben oder eine Beratung wünschen, vereinbart einen Termin mit mir.

Eure Nadine Klenke

Nadine Klenke

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